rautie_200Rautie wurde als Michael Rautenberg am 14. Februar 1968 in Hanau geboren. Er wohnt mit seinen beiden Söhnen Anton und Valentin sowie seiner Frau, der Goldschmiedin Anita immer noch in Hanau und ist seit Jahren alles andere als ein unbeschriebenes Blatt.
Nach Früherfahrungen mit verschiedenen Fanzines im Selbstverlag produzierte Rautie irgendwann ein Hanauer Stadtmagazin namens „Banane“. Aus diesem Blatt entwickelte sich später Kix Multimedia, eine muntere Kommune bestehend aus Comic-Zeichnern und einer Reihe von Bands. Kix prägte und zelebrierte eine dilletantische, von absurdem Humor geprägte Strichmännchenkultur, die heute oft und gern auch von anderen imitiert wird.
rautie_portraitRautie arbeitet vor allem als Comic-Zeichner, Graphiker, Illustrator. Ist aber auch als angesagter DJ gefragt und Plattenfreak (Vinyl only!) bekannt.
Den Comicstrip „Willy The Kid“ entwickelte er gemeinsam mit seinem Freund Raul (Text), einem alten Kumpel aus Kix-Tagen. Mittlerweile erscheint die Serie seit vielen Jahren und ist bereits zum vierten Male auch im Bremer Uni-Kalender vertreten.

Rauties erstes Comic-Album „Heinz und Pifie: Nanu-Ragout aus Dosen“ veröffentlichte er im Jahre 2000 in der Bremer Edition Panel. Kaum auf dem Internationalen Comic-Salon 2000 in Erlangen ausgepackt erhielt er dafür auch schon den, vom Interessenverband Comic (ICOM) gestifteten, Preis für den „Besten Independent-Comic 2000“. Die Begründung klingt, wie die Erläuterung des Gesamtwerkes von Rautie:  „Der Band überzeugt ebenso wie alle Werke von Rautie durch die Klarheit der Linien und der perfekten Harmonie von Text und Bild. Inhaltlich überzeugt das beeindruckende Werk durch große poetische Schönheit und emotionale Tiefe, wie sie im Comic selten sind.“ „Heinz und Pifie: Nanu-Ragout in Dosen“ (ISBN 3-935146-11-6) ist die Geschichte einer beginnenden Freundschaft, einer Reise auf den Mond und der Suche nach dem letzten, lebendigen Pinguin.

Mittlerweile ist Rautie aus dem Gefüge der Stadt Hanau nicht mehr wegzudenken. Überall im Stadtbild trifft man auf seine ganz charakteristischen Strichzeichnungen. Sei es auf Buttons die Passanten tragen, auf Taschen, T-Shirts oder Publikationen der verschiedensten Institutionen. Rauties Strich ist unverkennbar und präsent. Seinen Zeichnungen wohnt diese gewisse Portion Liebe inne, die sich unwillkürlich auf den Betrachter zu übertragen scheint. Besonders Frauen, das dem Comic traditionell eher unzugängliche Geschlecht, erliegen ganz auffällig dem Charme seiner Figuren. Will man Rautie einer Stilrichtung zuordnen, so ist das kaum möglich, ohne eine neue Kategorie für Ihn zu erfinden. Dem Journalisten Jürgen Dick ist das zum Glück bereits gelungen, als er Rautie als den Zeichner des "Urban Art Comic" einstufte. Das hätten wir nicht schöner sagen können.

Foto: Anne Berger